Anteil der E-Autos stagniert in Österreich

E-Auto laden


In der Steiermark sowie in ganz Österreich stagniert die Anzahl der neuzugelassenen E-Autos. Es gibt laut laut VCÖ zu wenige E-Automodelle sowie zu viele Barrieren bei der Errichtung von Lade-Infrastruktur. Die zuletzt von der Regierung präsentierten Maßnahmen nützen der E-Mobilität wenig, haben aber zahlreiche negative Seiteneffekte. Aus diesem Grund fordert der VCÖ wirksame Maßnahmen für mehr klimaverträgliche Mobilität.

  • 632 E-Pkw wurden heuer in der Steiermark neuzugelassen. Das waren 1,85 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen.
  • Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lag der Anteil bei 1,86 Prozent.
  • Im Zeitraum 2014 bis 2017 hat sich der Anteil der neuzugelassenen E-Pkw in der Steiermark von 0,6 auf 1,9 Prozent verdreifacht.
  • Österreichweit stagniert heuer der Anteil der neuzugelassenen E-Pkw bei mageren 1,5 Prozent.

Stagnation als Folge des mangelnden E-Autoangebots der Hersteller

Die Zahl der E-Automodelle ist nach wie vor gering, vor allem im Vergleich zu den Diesel- und Benzin-Pkw. Es braucht daher auf Bundesebene Maßnahmen, die der E-Mobilität wirksamen Rückenwind geben. Die jüngst präsentierten Maßnahmen tun das nicht und haben zudem zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen

so VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen.

Ausnahme von Tempo 100 und Öffnung der  Busspuren für E-Autos

  1. Die Öffnung von Busspuren für E-Autos behindert den klimafreundlicheren Öffentlichen Verkehr: In Norwegen hat die Öffnung der Busspuren für E-Autos dazu geführt, dass die Busse im Stau stehen. Leidtragende der Verspätungen sind die Fahrgäste, insbesondere Bus-Pendler im Frühverkehr.
  2. Die Ausnahme von Tempo 100 im IGL-Gebiet führt dazu, dass eine kleine Minderheit an Fahrzeugen deutlich schneller fahren darf: Dies beeinträchtigt den Verkehrsfluss und erhöht das Unfallrisiko. Tempokontrollen werden dadurcherschwert.

Um das Angebot an E-Autos zu erhöhen, braucht es niedrige CO2-Grenzwerte für Neuwagen. Derzeit werden diese auf EU-Ebene verhandelt. Die EU-Kommission möchte die Emissionen bis zum Jahr 2030 um nur 30 Prozent reduzieren, bereits 19 EU-Staaten möchten eine Reduktion um 40 Prozent. Wenn auch Österreich für das 40-Prozent-Ziel stimmt, dann ist die nötige Mehrheit erreicht. Am Dienstag wird beim EU-Umweltministerrat darüber abgestimmt.

Ich erwarte, dass Österreich im Interesse von Umwelt, Bevölkerung und Wirtschaft für das 40 Prozent Ziel stimmt.

so VCÖ-Expertin Rasmussen.

Ladeinfrastruktur ist Hemmschuh für die E-Mobilität

Meist werden E-Autos über Nacht zu Hause geladen. Wer in Wohnhausanlagen wohnt, hat aber viele Hürden zu überwinden, um sich eine E-Ladestelle („Wallbox“) in der Garage montieren zu lassen.

Die Bundesregierung kann durch Änderungen im Wohnrecht dieses Problem lösen. Derzeit muss man die Zustimmung für die Errichtung einer Wallbox gerichtlich durchsetzen lassen, wenn nicht alle Eigentümer zustimmen. Zudem sollten die Netzkosten für die Errichtung von Ladestationen verringert werden.

Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs steigen

Der VCÖ weist darauf hin, dass in Österreich entgegen der Zielsetzungen der Klimastrategie die Treibhausgas-Emissionen des Verkehrs weiter steigen. Im ersten Halbjahr wurde um rund zwei Prozent mehr Sprit verkauft, womit auch die CO2-Emissionen gestiegen sind. Zudem hat der heurige Hitzesommer deutlich gemacht, dass die Klimakrise Realität ist. Der Klimawandel führt zu gewaltigen Schäden, zu Ernteausfällen in der Landwirtschaft und damit in der Folge auch zu teureren Lebensmitteln. Der Verkehr ist Österreichs größter Problembereich beim Klimaschutz. Es brauche dringend umfassende Maßnahmen, um die Emissionen des Verkehrs deutlich zu reduzieren.

Der Anteil der mit dem Öffentlichen Verkehr und Fahrrad zurückgelegten Strecken müsste stark erhöht und die Anzahl der Autofahrten reduziert werden. Dafür bräuchte es einen massiven Ausbau der Rad-Infrastruktur sowie auch eine noch stärkere Verbesserung des Öffentlichen Verkehrsangebots. Auch beim Güterverkehr wären umfassende Maßnahmen nötig.

Die Klimaziele wären ohne ökologische Steuerreform nicht zu erreichen. Eine CO2-Abgabe nach Vorbild von Norwegen oder Schweden würde die Energiewende laut Rasmussen im Verkehr deutlich beschleunigen.