Verstärkte Rotlichtüberwachung für mehr Sicherheit in Graz

Rot Kreuzung Stop

Die Missachtung des roten Ampellichts wird in Graz häufig als Kavaliersdelikt angesehen, verursacht aber jedes Jahr eine Vielzahl von Unfällen in Graz. Daher appellieren die Stadt Graz und das Kuratorium für Verkehrssicherheit aktuell verstärkt an die Disziplin der Grazer Fahrzeuglenker und starten die Schwerpunktkampagne „Rot heißt Stopp“.

Die Kampagne umfasst eine verstärkte Rotlichtüberwachung an ampelgeregelten Kreuzungen in Graz sowie eine bewusstseinsbildende Verkehrssicherheitsaktion mit großflächigen Aktionstransparenten im Kreuzungsbereich.  Oberstes Ziel ist es, bei der Bevölkerung eine langfristige und nachhaltige Verhaltensänderung bis hin zur uneingeschränkten Akzeptanz des roten Ampellichts zu erreichen.

Fahrzeuglenker, die in eine Kreuzung einfahren, obwohl das Ampellicht nicht mehr blinkt oder sogar schon auf Rot umschaltet, verfolgen meist das Motto

Das geht sich schon noch aus

Einfahrt in eine Kreuzung bei Rot kann fatale Folgen haben

Dass eine Rotlichtüberfahrt jedoch fatale Folgen nach sich ziehen kann und keinesfalls ein Kavaliersdelikt ist, zeigt die Unfallstatistik. Denn wer das rote Ampellicht missachtet, verstößt nicht nur gegen die Straßenverkehrsordnung und muss mit einer Geldstrafe rechnen, sondern gefährdet damit auch sich und andere Verkehrsteilnehmer.

In den letzten fünf Jahren haben sich im Grazer Stadtgebiet 314 Unfälle aufgrund von Rotlichtüberfahrten bzw. der Missachtung der Handregelung ereignet. Dabei wurden 441 Personen – davon 26 Fußgänger – verletzt und eine Person getötet. Nach Einschätzung der Polizei sind Vorrangverletzungen (auch gegenüber Fußgängern) und Rotlichtmissachtungen im Ortsgebiet mit einem Anteil von 30,7 % am Gesamtunfallgeschehen somit die zweithäufigste Hauptunfallursache in Österreich.

Rotlichtüberfahrten stehen im krassen Gegensatz zur im Verkehr geforderten gegenseitigen Rücksichtnahme. Ein Verhalten ist nicht tolerierbar, mit dem bewusst in Kauf genommen wird, anderen Verkehrsteilnehmen, insbesondere ungeschützten, zu schaden und sie zu verletzen. Hier bin ich klar – wie übrigens auch beim Schnellfahren – für Überwachung und konsequente Ahndung.

betont Verkehrsstadträtin Elke Kahr.

Rotlichtkameras in Graz

In den letzten zehn Jahren waren bis zu zehn Rotlichtkameras an insgesamt 15 Standorten im Grazer Stadtgebiet in Betrieb. Durch die Überwachung konnte ein leichter Rückgang bei der Anzahl der Rotlichtüberfahrten verzeichnet werden. Im Rahmen der Schwerpunktkampagne ‚Rot heißt Stopp‘ werden an sieben weiteren Standorten Rotlichtlichtblitzer installiert und sieben neue Kameras für den Einsatz vorbereitet. Damit soll  Unfällen im Kreuzungsbereich, die aufgrund der Missachtung des Rotlichts entstehen, vorgebeugt und das Bewusstsein der Fahrzeuglenker für die Verpflichtung zur Anhaltung gestärkt werden.

Im Rahmen der Schwerpunktkampagne sind außerdem begleitende Kontrollerhebungen des KFV an signalgeregelten, aber nicht überwachten Kreuzungen, im Grazer Stadtgebiet geplant. Mit den Kontrollerhebungen, die in unterschiedlichen Untersuchungszyklen umgesetzt werden, soll die Verhaltensänderung der Autolenker vor und nach vermehrter Rotlichtüberwachungen evaluiert werden.

Verkehrssicherheitsaktion „Rot heißt Stopp“

Bei der begleitenden Verkehrssicherheitsaktion platzieren sich zwei Aktionsmitarbeiter des KFV mit einem Aktionstransparent, das den Slogan „Rot heißt Stopp“ trägt, während der Ampelrotphase im Kreuzungsbereich. Kurz bevor die Ampel wieder auf grün umschaltet, verlassen sie den Kreuzungsbereich und begeben sich wieder an den Straßenrand. Damit soll eine maßgebliche Verringerung der Rotlichtüberfahrten erreicht werden und somit auch die Anzahl der Unfälle, die auf dieses Vergehen zurückzuführen sind, reduziert werden.

Die Aktion wird von 9. bis 13. Juli in Graz durchgeführt.

Foto KFV/APA-Fotoservice/Scheriau